Mittwoch, 22. Mai 2013

Werbung oder Mahnwache?

Erfurter Enten scheinen keinen Skrupel zu haben! Ohne Furcht und Schrecken, man möchte meinen fast ahnungslos, spazieren seit einigen Wochen die Entenvögel auf dem Domplatz und begeben sich ganz in die Nähe ihrer verstorbenen, besser gesagt geschlachteten Artgenossen. Der Verkäufer von Frischgeflügel freut sich jedenfalls über diese lebende Werbung. Alle Mal besser als ein Schild mit "Enten und Teile" ist doch Werbung mit ein paar herumlaufenden "Topmodells". Als ich ihn fragte, ob er auch frisch im Verkaufswagen schlachtet, winkt er nur ab.
Vielleicht denke ich mit der Werbung auch in die falsche Richtung und die Enten halten eine Art Mahnwache am Geflügelstand - wer weiß?



Dienstag, 30. April 2013

Für die nächste Hausarbeit

Auf Empfehlung eines Kommilitonen möchte ich heute ein kleines Buch zumindest mit dem Titel vorstellen:
Es handelt sich um Hierzenberger/Kammerstätter, Theologische Worthülsen übersetzt : ein Taschenlexikon für eine zeitgemäße Verkündigung, München 1973.



Ich fand den Titel angesichts manch unverständlicher theologischer Literatur sehr originell. Wie sagte ein Professor am Semesterbeginn über eins seiner ersten Bücher: "Lesen Sie es nicht. Ich war ein junger Wissenschaftler und musste mich mit unverständlicher Fachsprache profilieren."


Donnerstag, 28. März 2013

„Wir verkleiden uns nicht“


„Wir verkleiden uns nicht“

Rund 1000 Osterreiter verkünden am Ostermorgen die Auferstehung – ein Ritt zwischen Bekenntnis und Folklore




 Foto: Samuel-Kim Nguyen
Die Familie ist für David Statnik ein entscheidender Faktor für die Bewahrung des Sorbischen.

Ralbitz/Kamenz, 26.03.2013 (KPI): „Es war ein holpriger Ritt nach Wittichenau“, erinnert sich der 29-jährige David Statnik an sein erstes Osterreiten. „Es war ungewohnt, auf dem Pferd zu sitzen, zumal meine ‚Bella’ so sensible Hinterläufe hatte, dass sie sich mit ihrem eigenen Schwanz ständig kitzelte und dementsprechend ausschlug.“ Dieses Jahr verkündet Statnik zum 15. Mal die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu Pferd. Mit Gesang und Gebet reitet der junge Sorbe am Ostersonntag mit rund 1000 anderen Osterreitern durch die Lausitz. „Osterreiten ist authentisch“, schwärmt Statnik und rutscht auf dem Sofa ganz nach vorne. „Es ist keine kommerzielle Folklore, ich reite nicht zur Schau, sondern es ist mein Bekenntnis als Katholik und als Sorbe.“ Man merkt, beides ist dem gebürtigen Ralbitzer sehr wichtig. Wenn die sorbischen Männer in ihren schwarzen Gehröcken und ihrem feierlichen Zylinder am Ostermorgen auf das Pferd steigen, ist das keine Kostümierung: „Wir verkleiden uns nicht, sondern bringen durch die Kleidung die Freude und Feierlichkeit des Osterfestes und unseren Glauben zum Ausdruck.“
Ab Weihnachten wird an das Osterreiten gedacht und das Pferdegeschirr überprüft.
Ab Weihnachten wird an das Osterreiten gedacht und das Pferdegeschirr überprüft.

Heimat und Tradition sind sehr wichtig

Für den Mann mit den kurzen, stoppeligen, blonden Haaren, dem frechen Kinnbart und der markanten schwarze Brille gibt es eine eigene Zeitrechnung: „Wir bauen das Jahr zwar nicht um, aber rechnen tun wir schon ein bisschen mit Ostern, denn da fängt das Jahr so richtig an.“ Wenn er spricht, wirkt er älter: ernst, ruhig und konzentriert formuliert er seine Sätze. Mit knapp 30 Jahren hat er es schon weit gebracht: er ist nicht nur Kreuzträger bei den Ralbitzer Osterreitern, sondern auch seit vergangenem Sonnabend erneut Vorsitzender der Domowina. In diesem Amt vertritt er die Anliegen von 60 000 Sorben in Politik und Gesellschaft. Der Name „Domowina“ ist ein Wortspiel aus dem Ober- und Niedersorbischen, übersetzt steht er für „Heimat“.
Heimat und Tradition sind sehr wichtig für die Identität einer Minderheit. „Identität muss man immer dann wahrnehmen, wenn die Gefahr besteht, dass man sonst untergeht“, erklärter sachlich das Nationalbewusstsein der Sorben, das Deutsche manchmal die Stirn runzeln lässt. „Natürlich fallen wir auf, wir sind es gewohnt, uns von klein auf als Sorben zu bekennen.“ Aus seiner Sicht ist viel Aufklärung notwendig, sowohl in der deutschen Umgebung, als auch bei den Sorben selbst. Erst dann könnten Verständnis und Anerkennung wachsen. Bei Familie Statnik zu Hause wird nur sorbisch gesprochen. Deutsch lernen die Kinder von Freunden, aus dem deutschen Umfeld oder vor dem Fernseher. Über die Sprache soll auch die Identität gestärkt werden.
David Statnik ist Kreuzträger beim Osterreiten
Der 29-jährige David Statnik ist Kreuzträger beim Osterreiten und Vorsitzender des sorbischen Dachverbandes Domowina (Foto: Peter Raab)


Osterreiten ist etwas für die ganze Familie
    
Wenn Papa David Statnik seinen kleinen Matej fragt, ob er später auch einmal ein Osterreiter werden möchte, nickt er nur ehrfürchtig und bekommt große Augen, wie sie nur 4-jährige bekommen, wenn es um ihre großen Vorbilder geht. Die Familie ist für Statnik ein entscheidender Faktor bei der Bewahrung des Sorbischen. Mit seiner ebenfalls sorbischen Frau und den beiden Kindern wohnt er im Elternhaus. Zwischen den Generationen läuft es gut, „es geht nach dem Prinzip Großfamilie.“ Gerade das Osterreiten hat bei Familie Statnik eine große Tradition: „Osterreiten ist etwas für die ganze Familie. Jeder hat seine Aufgabe. Die Männer putzen das Geschirr und die Stiefel, und die Frauen kümmern sich um die Textilien, besonders um die Schabracke, den Gehrock und natürlich den Zylinder. Die Schwanzschleife muss zusammengesteckt werden, da kümmert sich meine Mutter drum.“ Statnik beschreibt das Osterreiten als einen christlichen Brauch, der sowohl die Gemeinschaft unter den Osterreitern, als auch die der Familie stärkt. Ab Weihnachten wird Ostern gemeinsam vorbereitet und dann auch gemeinsam gefeiert. Liebevoll erklärt und zeigt Papa Statnik seinen zwei Kindern alles, was wichtig zum Osterreiten ist. Beispielsweise das wertvolle Schmuckgeschirr, das jedes Jahr gereinigt werden muss. Scherzhaft verrät er: „Viele denken, dass die Muscheln mit einer Zahnbürste saubergemacht werden müssen, aber es reicht auch Wasser ‒ danach ein bisschen Öl für das Leder.“
„Viele denken, dass die Muscheln mit einer Zahnbürste saubergemacht werden müssen, aber es reicht auch Wasser und danach ein bisschen Öl.“
„Viele denken, dass die Muscheln mit einer Zahnbürste saubergemacht werden müssen, aber es reicht auch Wasser - danach ein bisschen Öl für das Leder“

Ostern ohne Reiten ist nicht vorstellbar

Natürlich geht beim Osterreiten auch mal etwas schief, die größte Sorge für die Reiter ist aber das Wetter. „Am schlimmsten ist peitschender Regen“, schildert Statnik seine Erfahrung. Das ist nachvollziehbar, denn die Osterreiter tragen weder warme Schals noch dicke Regenjacken. Allen Widrigkeiten zum Trotz möchte sich David Statnik ein Ostern ohne Reiten nicht vorstellen: „Es wäre wie wenn man für ein Kind Weihnachten ausfallen lassen würde.“ Mit einem Siegerlächeln fährt der gelernte Bühnenmeister fort: „Ich konnte mich zum Glück die letzten 12 Jahre mit meinem Arbeitgeber so einigen, dass ich Ostern frei hatte.“
Das schönste Osterreiten war für ihn vor fünf Jahren – das erste Mal nach seiner Hochzeit. „Wenn man von der eigenen Frau und den Eltern zu Hause erwartet wird, dann hat das auch etwas mit ein bisschen Anerkennung und Ehre zu tun.“
Nach einem kurzen Zögern setzt er aber gleich nach: „Schön ist es eigentlich jedes Jahr, denn jedes Jahr kommt man nach Hause.“ Dort erwartet ihn eine Atmosphäre von Dankbarkeit und Stolz über die glückliche Rückkehr. Ausgedrückt wird es mit zwei ganz einfachen, aber traditionsreichen Worten: „Witajće domoj – Willkommen zu Hause!“


Artikel ist auch zu lesen unter: http://www.bistum-dresden-meissen.de/front_content.php?idcat=1579&idart=21726

Donnerstag, 21. Februar 2013

"Erzeugen Sie Bilder!"

"Erzeugen Sie Bilder!", so unser Sprachtrainer Reinhard Pede über unser Sprechen. Zusammen mit Ludger Verst hat er die zweite Seminarwoche der journalistischen Ausbildung für Theologen am ifp in München gestaltet. In dieser Woche drehte sich alles um Hörfunk. Unsere erste Aufgabe war ein "Wort zum Tag". Dabei ging es nicht nur um (theologischen) Inhalt, sondern auch um sprachliche Gestaltung und Aufnahmetechnik. Dafür gibt es hier im ifp ein eigenes Hörfunkstudio, das die Ausstattung eines durchschnittlichen Studios übertrifft. "Wenn Sie das Studio eines privaten Senders kennen, dann werden Ihnen hier die Ohren schlackern", sagte uns einer der Techniker.



Theorie und Praxis werden hier im Seminar eng miteinander verknüpft, Lerneinheiten folgen unmittelbare Übungsmöglichkeiten. Das "Wort zum Tag" wurde dann von allen angehört und konstruktiv kritisiert. Dann ging es in eine zweite Runde, in der nun Einwände, Vorschläge und Ideen berücksichtigt wurden. Das Ergebnis lässt sich hören.

Seit Mittwoch arbeiten wir nun an einem Magazin-Beitrag, ganz unabhängig von kirchlichen Themen. Das Ergebnis ist am Freitag um ca. 15.09 Uhr auf M94,5, einem lokalen Aus- und Weiterbildungssender ausgestrahlt. Das ganze lässt sich natürlich nicht nur im Münchner Raum über Radio sondern auch über das Internet anhören.

Insgesamt wieder eine hoch interessante Woche, in der wir viel zur Arbeit mit Medien und Hörfunk lernen und ausprobieren konnten.

Montag, 24. Dezember 2012

"Wir kommen als Gäste und gehen als Freunde"

"Wir kommen als Gäste und gehen als Freunde", so einer der Techniker, der uns half die Krippe aufzubauen.  Kurz nach dem Sonntagsgottesdienst am 4. Advent ging es los: das Stroh wird geschnitten, die Krippenfiguren werden vorsichtig aus den neuen Holzkisten herausgeholt, in denen sie das restliche Jahr verbringen, Weihnachtssterne werden aufgestellt. Während eine idyllische Krippenszene vor dem Altarraum geschaffen wird, verwandelt sich der Kirchenraum in ein Fernsehstudio: die Lichtintensität der Scheinwerfer wird gemessen, Kameras werden installiert, unschöne Ecken mit beiger Auslegware kaschiert - "HD-fähig" ist hier das Motto.

Am Nachmittag wird es dann ernst: alle Beteiligten treffen sich in der Kirche um die letzten Absprachen zu treffen, als die Regisseurin kommt und sagt: "Die Ministranten müssen hier weg." Gemeint damit sind 20 Ministranten, von denen die meisten gerade neun oder zehn Jahre als sind  - also noch nicht im Alter um komplexe Ablaufe innerhalb von wenigen Minuten neu zu lernen. Die Ministranten waren schon kurz vorm Nervenzusammenbruch, von den Verantwortlichen nur : "das gibt ein schönes Bild, wenn alle Ministranten mit im Altarraum sitzen". Nun auch diese Herausforderung haben wir einigermaßen gemeistert ... . 
Auch wenn einige Besucher enttäuscht waren, dass sie am Heilig Abend nochmal in die Kirche müssen - war es doch keine gültige Messe (alles ohne Naturalien) - war die Durchlaufprobe so, dass man Abend vor dem 24. zumindest nicht in Angstschweiß gebadet singen muss: "Morgen, Kinder wirds was geben..."







Ein frohes uns gesegnetes Weihnachtsfest

Ich wünsche allen Besuchern meines Blogs und der Internetseite ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
Am Jahresende möchte ich die Gelegenheit nutzen um für alle Begleitung herzlich Danke zu sagen. Ich freue mich sehr, dass der Blog mit regem Interesse gelesen wird. Eine Zahl am Rande: 2000 Besuche habe ich dieses Jahr bis zum Weihnachtsfest verzeichnen können - das ist für einen Privatblog nicht ganz schlecht.

Ich bin dieses Jahr sehr gespannt, wie das Weihnachtsfest verlaufen wird. Immerhin wird heute Abend um 23.15 Uhr die Feier der Christnacht aus unserer Pfarrkirche Herz-Jesu in Dresden-Johannstadt live in der ARD übertragen. Einiges an Vorbereitungen und Proben sind dafür notwendig - und gleichzeitig ist es eine Chance für viele Menschen auch von zu Hause aus an einem Weihnachtsgottesdienst teilzunehmen. Besonders für Ältere oder Kranke ist das ein wirklicher Dienst.


Ein kleiner Weihnachtsgruß:

Dienstag, 11. Dezember 2012

Nikolaus zum Vernaschen

Was man nicht alles backen kann ...