Dienstag, 19. Oktober 2010

3. Semester

Das dritte Semester beginnt. So richtig ist es noch gar nicht fassbar aber das erste Studienjahr ist schon Geschichte. In den Ferien konnte ich die alten Sprachen abschließen. Nachdem ich in Bamberg schon Latein und Hebräisch gelernt habe, konnte die Kür mit Griechisch beendet werden. So sollte ich jetzt in der Lage sein neutestamentliche Texte zu übersetzen und griechisch geschriebene Zutaten auf Müsliriegeln und Schokolade zumindest lesen zu können. Abgeschlossen habe ich auch mein erstes Seminar, das ich in Alte Kirchengeschichte unter dem Thema "Augustinus. Christwerden in pluralistischer Gesellschaft" belegte. Meine Hausarbeit und den vortrag habe ich unter der Überschrift "Augustinus als Seelsorger in der Zeit als Priester und Bischof" erstellt. Für Interessierte haeb ich die Arbet als Download zur Verfügung gestellt.
Das neue Semester verspricht auch spannend zu werden. Neue Vorlesungen z.B. in Dogmatik und vertiefende in den biblisch-exegetischen Disziplinen. Spannend werden bestimmt auch Sakramentenrecht und das Seminar zu Feierform für Menschen, die der Kirche fernstehen.
Traditionell gibt es im Haus verschiedene Dienste, die unter den Seminaristen verteilt werden. Sie helfen für einen reibungslosen Ablauf des Seminarbetriebs und sind vlt. mit den Ehrenämtern in der Gemeinde zu vergleichen. Hausämter sind beispielsweise Sakristeidirektor, Scholamagister oder Bibliothekar. Der Regens hat mich gebeten für die kommenden zwei Semester als Zeremoniar zu arbeiten. Was sehr feierlich klingt, ist in erster Linie zu vergleichen mit einem Oberministranten. Ich muss mich um die Liturgie selbst und die liturgischen Dienste kümmern. Wer ministriert wann und wie. Welche Heilige und Feste wir in der Hl. Messe feiern usw..

Donnerstag, 22. Juli 2010

2. Semester geschafft

Mittlerweile ist die letzte Prüfung geschrieben und die langersehnten Semesterferien, oder besser die vorlesungsfreie Studienzeit hat begonnen. Nach dem wir uns tagelang in unserem "Hitzeschutzbunker" (die Kellerräume des Priesterseminars) verkrochen haben und bei angenehmen 23° C lernen konnten und nur noch zu Gottesdienst, Mahlzeiten und zum Schlafen rausgekommen sind, befinden wir uns wieder in der Zivilisation. Insgesamt zehn Prüfung, davon eine mündlich, liegen jetzt hinter uns. Kirchengeschichte, Ethik, Philosophie, Philosophie und nochmal Philosophie, Altes und Neues Testament, Kirchenrecht und Religionspädagogik sind geschafft.
Nachdem dieses Semester das bis jetzt anstrengendste und auch stressigste Halbjahr war, bin ich wirklich sehr dankbar für alle Unterstützung und Begleitung, die ich erfahren konnte!

Nachdem ich jetzt noch ein paar Tage ruhig in Erfurt verbringen werde, fahre ich am Samstag nach Dresden. In einer Woche ist wieder Aufbruchstimmung: Gemeinsam mit 730 Ministranten aus unserer Diözese werde ich zur Wallfahrt nach Rom aufbrechen. Unter dem Motte "Aus der wahren Quelle trinken" werden wir in der Stadt am Tiber mit dem Heiligen Vater zusammentreffen, unseren Glauben neuen Ausdruck verleihen, uns Impulse für unser Leben schenken lassen und in unseren Anliegen beten.
Anfang September heißt es dann wieder antreten. Vier Wochen Griechisch stehen an und im Anschluss daran die Prüfung, auf die wir uns seit zwei Semestern vorbereiten.
Bevor es im Oktober wieder in Erfurt losgeht, ist noch das RKW-Praktikum in Pirna angesagt.


Sonntag, 20. Juni 2010

Bennofest

Am vergangenen Wochenende haben wir zusammen mit unserem Bischof Joachim Reinelt das Bennofest gefeiert. Am Freitag kamen die Studenten und Priesterkandidaten zusammen um das Patronatsfest unserer Diözese gemeinsam mit Bischof und Theologenrefrent zu begehen. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Kapelle haben wir am Nachmittag begonnen. Im Anschluss konnten wir bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen. Bischof Reinelt erzählte uns, wie er die momentane Situation unserer Kirche erlebt. Es war sehr interessant auch aus der Perspektive des Bischofs der Frage nachzugehen: Wie kann Kirche mit diesen Missbrauchsvorfällen umgehen?


Später haben wir uns über Charismen in den Gemeinden ausgetauscht. Welche Gnadengaben des Geistes erleben wir schon in unseren Gemeinden und welche können wir noch entdecken? Der Bischof brachte einen interessante, etwas unerwarteten Gedanken: Die Gabe der Leitung. Immer mehr Menschen in unserer Zeit sind auf der Suche nach Orientierung und Sinn, immer mehr fragen: Wohin geht unsere Reise? "Es braucht engagierte Männer und Frauen in den Gemeinden, die wieder Antwort auf diese Frage geben können und sie ihren Mitmenschen auch weitergeben." so der Bischof. Den Abend haben wir dann, um mit den Worten des Psalmisten zu sprechen, "bei Korn und Wein in Fülle", d.h. bei einem guten Bier und einer Bratwurst, enden lassen.
Sehr gefreut habe ich mich auch über den Besuch meines Patenkindes mit Familie, die sich auf den Weg vom Niederrhein nach Erfurt gemacht haben ....
Studientechnisch geht es langsam aber sicher in den Endspurt - noch zwei Wochen dann beginnen die Prüfungen. In dieser Woche steht noch mein Vortrag zum Thema "Augustinus als Seelsorger" aus, der besonders die Zeit, in der er als Priester und Bischof gewirkt hat thematisiert.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Zum Abschied von Horst Köhler

... habe ich einen Ausschnitt aus dem Hausbuch des Priesterseminars hochgeladen:

Foto: K. Schubert

Sonntag, 30. Mai 2010

Ausbildungswochenende in Pirna

Das vergangene Wochenende habe ich in der Pfarrei in Pirna verbracht. Von Freitagabend bis zum späten Sonntagnachmittag konnte ich ganz unterschiedliche Erfahrung in und mit Gemeinde machen. Während es am Freitagabend noch sachte bei einem Gläschen Wein mit Pfarrer Büchner und Gemeindereferentin Scherlitz losging, war der Samstag umso aktionsreicher. Gemeinsam mit zwei Gemeindemitgliedern starteten wir in das vom Tornado betroffene Großenhain um auf den Friedhof der Stadt zu helfen. Zur Zeit ist der Friedhof nur zu Aufräumarbeiten geöffnet, Beerdigungen und Trauerfeiern können aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. Die Windhose hatte am Pfingstmontag ca 90% der Bäume auf dem Friedhof "gefällt", dabei leider vergessen sie in tragbare Holzstücke zu schneiden und sauber am Wegrand zu stapeln. Aus der Erfahrung der Hochwasserhilfe heraus haben wir "Pirnesen" uns aufgemacht um in Großenhain mit bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Ich denke, dass die Fotos deutlich machen, in welchem Zustand der Friedhof sich befindet.






Mittlerweile sind aber schon einige Bäume, die Gräber und Friedhofsmauern zerstörten, zersägt und werden jetzt zusammen mit Geäst und Laubwerk abgeholt und verwertet. Anstrengend und schön würde ich diesen Hilfseinsatz beschreiben ...
Nachdem wir im Anschluss an die Sonntagvorabendmesse noch kurz zu einem Geburtstag in der Gemeinde gefahren sind, konnten wir den Abend "individuell" verbringen ;). Der Sonntag begann früh. 6:30 Uhr. Um 8:15 Uhr feierten wir die Hl. Messe in der Außenstelle Bergießhübel, um 10:00 Uhr in der Pfarrkirche und um 15:00 Uhr im Altersheim. Zwischendurch natürlich Mittagessen und - Gott sei Dank - auch Mittagspause.

Wenn ich in gut zwei Stunden mit dem ICE in Erfurt ankomme, dann heißt es noch schnell auspacken und anschließend ins Bett. Die Studienwoche beginnt wieder von vorne und die Seminararbeit über Augustinus als Seelsorger schreibt sich scheinbar auch nicht von selber...

Am kommenden Freitag geht es dann zu unserer großen Wallfahrt zum Pfarrer von Ars (Frankreich).

Dienstag, 18. Mai 2010

Zeitung

Nach den vielen negativen Schlagzeilen, die über die Kirche geschrieben worden sind, haben vor einigen Wochen zwei Tagszeitungen (LVZ (DNN) und Sächsische Zeitung) eine Interview anfrage an das Seminar bzw. an das Bischöfliche Ordinariat in Dresden gestellt. Ich wurde gebeten, über die Priesterausbildung und über mein Lebensweg zu erzählen. Über Höhen und Tiefen, über Fragen und Vorstellungen. Weil es mir ein Anliegen ist, dass auch wieder ehrlich und ganzheitlich berichtet wird, habe ich den Interviews zugesagt. Es war schon erstaunlich, dass zwei Tageszeitungen aus der Heimat hier anfragen, um die Kirche und Priesterausbildung wieder objektiv und in einem sachlichen Licht darzustellen.
Herausgekommen sind zwei Artikel, die in den vergangen zwei Wochen jeweils in der Wochenendausgabe erschienen sind.

Sonntag, 9. Mai 2010

Einkehrwochenende

Dieses Wochenende hat unsere Seminargemeinschaft im Benediktinerinnen Kloster in Kirchschletten (in der Nähe von Bamberg) ein Einkehrwochenende mit Wüstentag gehabt. Zusammen mit unserem Spiritual Pater Heck sind wir am Freitagnachmittag in Richtung Oberfranken aufgebrochen. Nach einem Impuls am Abend ging es für uns in die Stille bis zu den Laudes am Sonntagmorgen. Der Samstag war als ein Tag des persönlichen Gebets und der Reflexion geplant. Allein haben wir uns in die Umgebung von Kirchschletten aufgemacht und konnten bei Sonnenschein einen Tag in der Natur ohne Handy & Co mit uns und Gott verbringen.

Den Abschluss fand das Wochenende in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, in der zufällig heute das Patronatsfest zu den Nothelfern gefeiert wurde. Hunderte Pilger aus dem Frankenland hatten sich auf den Weg gemacht um das Pontifikalamt mit Weihbischof Werner Radspieler mitzufeiern.

Diese Studienwoche wird für mich etwas kürzer, denn am Mittwochnachmittag fliege ich nach München zum 2. Ökumenischen Kirchentag mit dem Motto "Damit ihr Hoffnung habt." Gemeinsam mit einem Freund aus Dresden freue ich mich auf vier intensive Tage gelebter Ökumene.

Vor einigen Wochen hatte ich ein Interview mit Kai Kollenberg von der Leipziger Volkszeitung, das an diesem Wochenende (05./06.05.2010) in Leipzig und Dresden (DNN) erschien. Download